Ostwestfälisches Wirtschaftsforum 2021 – Digitalisierung auf der Zielstrecke in die neue Normalität

20. April 2021 KS IT

Ostwestfälisches Wirtschaftsforum 2021 – Digitalisierung auf der Zielstrecke in die neue Normalität

Homeoffice, virtuelle Konferenzen und intelligente Assistenzsysteme – die Covid-19-Pandemie hat zu einem Digitalisierungsschub geführt. Das Gesundheitssystem wurde vor den größten Herausforderungen seit Jahrzehnten gestellt und Deutschland erlebt als Folge des temporären Lockdowns den größten Einbruch der wirtschaftlichen Aktivität seit einem halben Jahrhundert. Und dabei ist es schon bereits ein Jahr her, seitdem sich unser Leben merkbar durch die  Corona-Krise verändert hat: Die Vorlesungen im Hörsaal sowie der strukturierte Arbeitsplatz im Büro mussten an den heimischen Küchentisch umdisponiert werden. Das mehr oder weniger improvisierte Homeoffice hatte zur Folge, dass viele Technologien, die bisher an fehlender Perspektive und mangelndem digitalen Enthusiasmus scheiterten, plötzlich zu unserem Alltag wurden. Online-Workout über Apps oder virtuelle Showrooms anstatt Messen. Die digitalen Alternativen haben deutlich an Nutzern hinzugewonnen – die Klickzahlen von digitalen Angeboten sind im Zuge der Corona-Pandemie enorm gestiegen.

So belegt eine Studie des Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) und der Deutschen Gesellschaft für Personalführung (DGFP)1, dass 93% der über 500 befragten Unternehmen im Zuge der Corona Pandemie vermehrt Web- oder Videokonferenzen nutzen. Nahezu 70% der Befragten gaben an, dass ihre Angestellten in der Corona-Pandemie im Homeoffice arbeiten, während 21% das Modell der 50:50-Aufteilung präferieren. So oder so ist der Anteil der im Homeoffice arbeitenden MitarbeiterInnen in Folge der Corona-Krise deutlich gestiegen. So erklärt Kai Helfritz von der DGFP: „Die Zahlen veranschaulichen, welchen großen Einfluss Corona nicht nur auf das zwischenmenschliche Miteinander hat, sondern auch auf die Unternehmenswelt. Die digitale Transformation in Arbeitsprozessen hat einen gewaltigen Schub bekommen.“

Die Corona-Krise stellt uns vor neuen Herausforderungen, wie der Einschränkung der sozialen Kontakte. Ohne die digitale Kommunikation wären die sozialen Folgen der Corona-Pandemie höchstwahrscheinlich noch dramatischer gewesen, als sie es sowieso schon sind. Bereits seit den Anfängen der Krise ist die Digitalisierung nicht mehr bloß ein Wahrzeichen für Fortschrittsbewusstsein, sondern ein notwendiges Tool für die Allgemeinheit geworden, um in einem solchen Ausnahmezustand bestehen zu können. Durch das Arbeiten in den eigenen vier Wänden werden einige Technologien temporeich übernommen und vermehrt in der Praxis erprobt. Im Fokus des gesellschaftlichen Auges steht nun das Bewusstsein für die Notwendigkeit digitaler Transformationen. Wir debattieren nicht mehr darüber, ob wir digitalisieren, sondern, wie wir diesen Vorgang umsetzen und beschleunigen können. Eine neue, digitale Kultur setzt sich durch und bricht sich ihren Weg durch Mauern, die ehemals als unumstößlich galten.

Auf unsere gewohnten Routinen und Muster, welche unsere Taktgeber für ein Gefühl der Normalität sind, durften wir in so einer Krise nicht zurückgreifen, sondern musste neue Wege und Mittel wagen und ausprobieren. Anstatt sich persönlich zu treffen sind wir somit auf Videokonferenz-Tools wie Skype, Teams, Zoom & Co. ausgewichen, die uns eine grenzüberschreitende Kommunikation und Zusammenarbeit ermöglichen. Es entsteht ein Vertrauen in bereits lang bestehende Instrumente, die wir lediglich bisher nur gekonnt ignoriert haben. Digitale Meeting-Tools werden nicht mehr als unpersönlicher Kontakt zweiter Klasse angesehen, sondern als einzige Möglichkeit für Kontakt zu der Außenwelt. Das Mindset der Gesellschaft hat sich generationsübergreifend gewandelt und verdeutlicht nochmals wie sehr die Corona-Pandemie die Digitalisierung vorangetrieben und beschleunigt hat.

Doch wie sollen wir mit der Digitalisierung umgehen?

Die Möglichkeiten, dass der erlebte Mehrwert digitaler Technologien unsere Überzeugungen für Innovationen nachhaltig verändert, sollten genutzt werden. Die Bereitwilligkeit zum Diskurs ist während der Corona Krise beachtlich gestiegen. In einem Ausnahmezustand der Unsicherheit, welcher nicht nur Deutschland, sondern die ganze Welt beeinflusst, ist es sehr wichtig, zu thematisieren welche Maßnahmen die richtigen sind, um die Bedürfnisse vieler Gruppen zu berücksichtigen. Eine standhafte und erfolgreiche Diskurskultur ist essenziell für die Etablierung und Weiterentwicklung digitaler Technologien in der Gesellschaft. So gilt es musterhaft eine Balance zwischen Datenschutz und der sinnvollen Nutzung der Möglichkeiten, die die Daten für die Gesundheit beispielweise bieten, zu schaffen. Es ist bereits ein Grad der Digitalisierung erreicht, der es unabdingbar macht, dass wir uns im Umgang mit Daten positionieren.

Wir müssen einen eigenen Weg etablieren, der den europäischen Werten entspricht und folgt. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, dass wir bewusst die dynamischen Durchsetzungen digitaler Technologien konzipieren und sie nach unseren Richtlinien an die Vision der Zukunft unserer digitalen Welt anpassen. Einerseits die Unvoreingenommenheit und Förderung gegenüber Innovationen, andererseits die Gestaltung und Bewahrung unserer Werte als essenzielles Grundgerüst. Demzufolge müssen wir es also zustande bringen, Anreize für die Technologiekompetenz zu schaffen und die richtigen Rahmenbedingungen dafür zu gewährleisten, sodass wir die deutsche Wettbewerbsfähigkeit und die Resilienz der Wirtschaft stärken.Je mehr Vertrauen und Glauben wir in die digitalen Innovationen haben und je besser wir mit neuen Technologien umzugehen lernen, desto größer ist auch die Akzeptanz von neuen digitalen Anwendungen.

So werden Systeme der künstlichen Intelligenz und andere digitale Innovation unsere Arbeitsweise in den kommenden Jahren und Jahrzehnten stark beeinflussen. Die negativen Folgen der Corona-Krise werden uns noch lange nach den letzten Infektionswellen beschäftigen.Gleichzeitig stellt die Krise eine Chance dar, einen wirtschaftlichen Umbruch einzuleiten und die herkömmlichen Arbeitsmuster zu brechen. Wir müssen die Erfahrungen aus der Corona Krise systematisch analysieren und die Herausforderungen und Gefahren, sowie aber auch die Kompetenzen, Nutzen und Chancen deutlich machen. Solche Fragen gilt es in einer breiten transparenten Diskurskultur aufzuarbeiten.In jedem Fall sollten die Lektionen der Corona-Krise Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Hinblick auf die digitale Transformation dabei unterstützen, sich im Umgang mit der Digitalisierung standhaft zu positionieren und für einen erfolgreichen digitalen Umbruch für alle Parteien zu sorgen.

Wirtschaft im Wandel – Ostwestfälisches Wirtschaftsforum 2021

So wird auch das diesjährige ostwestfälische Wirtschaftsforum erstmalig in einer digitalen Ausführung stattfinden. Gegenstand des Diskurses wird das Thema „Generation XYZ – Wirtschaft im Wandel“ sein. Die Pandemie beschleunigt einen Umbruch in der Wirtschaft, welcher sich schon seit Jahren ankündigt. Diesen Wandel gilt es in breiten transparenten Diskursen zu thematisieren und aufzuarbeiten. Aus diesem Grund freuen wir uns besonders, ReferentInnen aus Wissenschaft und Wirtschaft empfangen zu dürfen, die uns in Impulsvorträgen und Diskussionsrunden das diesjährige Thema näher bringen und somit zur Gestaltung eines informativen Abends in angenehmer Atmosphäre beitragen.

Wir von STUNT e.V. laden Sie herzlich zu unserer diesjährigen Traditionsveranstaltung ein. Ein konstruktiver Austausch und die Option, neue Gesichter kennenzulernen und in Kontakt zu treten wird gewährleistet. Obwohl die Veranstaltung dieses Jahr anders ausfällt, sind wir uns sicher, dass wir Ihnen ein erfolgreiches Event bieten werden.

Das „Ostwestfälische Wirtschaftsforum“ wird in diesem Jahr am 18.05.2021 um 18 Uhr digital über das Videokonferenz-Tool Zoom stattfinden. Eine Möglichkeit zur Anmeldung gibt es in der Rubrik „Wirtschaftsforum“ auf der STUNT-Homepage.  



1Studie des Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) und der Deutschen Gesellschaft für Personalführung (DGFP): http://publica.fraunhofer.de/eprints/urn_nbn_de_0011-n-5934454.pdf