Ich bin anders als die Anderen – warum Diversität ein Zugewinn für jede Gruppe sein kann

3. Dezember 2020

Ich bin anders als die Anderen – warum Diversität ein Zugewinn für jede Gruppe sein kann

„Gleich und gleich gesellt sich gern“ – an dieser Redewendung aus dem Volksmund ist ja auch irgendwie etwas dran. Natürlich umgibt man sich gerne mit Menschen, die einem ähnlich sind, die gleiche Interessen haben, aus ähnlichen beruflichen Bereichen kommen…

Es ist ja auch einfach, auf diesem Hintergrund ein fließendes Gespräch aufzubauen und auf einen Nenner zu kommen. Meinungsverschiedenheiten können schließlich sehr anstrengend sein. Aber nur, weil Menschen andere Meinungen, Ansichten oder Interessen haben, bedeutet dies nicht, dass man nichts gemeinsam hat. Blickt man einmal tiefer, wird einem schnell klar, dass selbst dort Gemeinsamkeiten liegen können, wo man sie nie vermutet hätte.

So kann es passieren, dass man Ähnlichkeiten in bestimmten Bereichen feststellt, und sind diese für einen selbst relevant genug, können aus einer solchen Begegnung bereichernde Konversationen entstehen oder sich sogar Freundschaften entwickeln.

Das Wichtigste für ein solches Gelingen ist meiner Meinung nach, sich von klassischen Stereotypen im eigenen Kopf zu verabschieden. Die Welt lässt sich unheimlich gut strukturieren, wenn man in Schubladen denkt. Schublade auf – Person rein – Schublade zu – und fertig! Allerdings ist es genau diese Angewohnheit, die es schwer macht, sich auf andere Menschen einzulassen. Unvoreingenommen auf andere zuzugehen, kann hier das Erfolgsrezept sein. Sich selbst hinterfragen und die eigenen Denkmuster sprengen.

Früher habe ich häufig nach offensichtlichen Gemeinsamkeiten in meinem Gegenüber gesucht. Mögen wir die gleiche Musik, ziehen wir uns ähnlich an und haben wir die gleichen Hobbys? Im Studium ist mir aufgefallen, dass mit dem gleichen Grundinteresse, z.B. für das eigene Studienfach, dem gleichen Verständnis von einer Aufgabe und ähnlichem Humor Freundschaften zwischen den unterschiedlichsten Charakteren entstehen können. Ein zusammengewürfelter Haufen Menschen, der für sich die gleichen relevanten Dimensionen definiert hat. Und damit funktioniert es schon, das Miteinander.

Wenn man unsere Studiengruppe zusammen sieht, ist es nicht sofort offensichtlich, dass wir gute Freunde sind, einfach weil es oberflächlich keine Passung gibt. Zu unterschiedlich scheinen unsere Interessen, die von Philosophie über Sport bis hin zu Mode reichen. Dennoch ist es genau diese Diversität in unserer Gruppe, die eine befruchtende Wirkung auf unsere Zusammenarbeit und somit auch auf die Resultate, unsere Arbeitsergebnisse zu haben scheint. So können wir gegenseitig von den Stärken der jeweils anderen profitieren. Jeder kann eine Rolle ausfüllen, die ihm besonders gut liegt und ihm Spaß macht.

Was in der Uni funktioniert, lässt sich ebenfalls auf den Arbeitskontext übertragen. Zurecht ist Diversity Management ein Feld in der Wirtschaft, welches immer weiter an Relevanz gewinnt. STUNT e.V. setzt schon seit einiger Zeit auf Diversität seiner Mitglieder. Es sind die unterschiedlichsten Studierenden aus verschiedensten Fachrichtungen vertreten, die sich gegenseitig unterstützen und die voneinander profitieren können. Gerade bei Projekten ist dieser Wissensaustausch ein großer Vorteil. Somit ist das Zulassen von Diversität im eigenen Umfeld eine gute Übung für alles, was uns hoffentlich in naher Zukunft im Berufsleben noch viel häufiger begegnet. Das Ziel sollte immer ein harmonisches Miteinander sein, egal ob wir gleich sind oder verschieden. Ich bin anders als die anderen, – aber die sind höchstwahrscheinlich auch anders als ich!