Home-Office – oder mein Kampf mit dem inneren Schweinehund

19. April 2020 Autor

Home-Office – oder mein Kampf mit dem inneren Schweinehund

Home-Office – oder mein Kampf mit dem inneren Schweinehund

 

Die Corona-Krise hat viele Menschen in den letzten Wochen überrollt. Nichts scheint mehr so zu sein, wie es (einmal) war. Wir müssen umdenken. Uns neu organisieren. Wir können nicht mehr zur Arbeit, zur Uni oder einfach mal ins Kino. Natürlich beschäftigen auch mich die Auswirkungen, die diese Krise für uns alle birgt, persönlich, gesundheitlich und wirtschaftlich. Aber das soll nicht das Thema sein, um das es in diesem Blogbeitrag geht. Viel mehr möchte ich über den Alltag schreiben oder das, was jetzt der „Alltag“ ist.

Eine kleine Auszeit bitte

Einige haben aktuell viel mehr Zeit als sonst, weil beispielsweise Verpflichtungen wegfallen. Sie sind Zuhause, vielleicht sogar in Quarantäne und dürfen das Haus nicht verlassen. Es ist eine gute Gelegenheit einen Gang runterzuschalten und sich eine Auszeit vom sonst so stressigen Arbeitsalltag zu gönnen. Warum zahlt man schließlich Rundfunkgebühren oder hat Konten bei allen möglichen Streamingdiensten? Es ist Zeit alle Folgen der Lieblingsserie in chronologischer Reihenfolge anzusehen. Das hatte man schließlich immer schon vor, allerdings fehlte bisher die Zeit. Und wenn man sich diese Auszeit nehmen möchte, um neue Kraft zu schöpfen für alles, was danach irgendwann auf einen zukommt, ist das meiner Meinung nach auch völlig ok. Außer das „In-den-Tag-hineinleben“ macht einen unzufrieden und man kann nicht wirklich entspannen. Dann ist es an der Zeit sein eigenes Verhalten zu überdenken.

Von der Kunst sich selbst abzulenken

Einige andere Menschen, so wie auch wir STUNTies, befinden sich nun im Home-Office. Sie arbeiten dort, wo sonst nur gelebt wird. Privatleben und Berufsleben verschwimmen. Sie sitzen beispielsweise an ihrem Küchentisch zwischen Obstschale und Kaffeetasse und versuchen, produktiv zu sein. Aber kann das wirklich gelingen, wenn man scheinbar von jedem zweiten Gegenstand abgelenkt wird und die Gedanken regelmäßig beginnen zu kreisen? Eigentlich müsste ich dringend die Wäsche waschen oder den Abwasch erledigen…

Wie man den Kampf gegen sich selber gewinnt

Ich für meinen Teil befinde mich seit über drei Wochen im Home-Office und habe für mich einen guten Rhythmus gefunden, um produktiv und kreativ zu sein. Hier habe ich für euch ein paar Tipps zusammengestellt, die mir sehr geholfen haben. Natürlich gibt es keine Erfolgsgarantie, aber wenn auch ihr Lust habt, diese Zeit für euch zu nutzen, kann ich euch nur ermutigen, einfach anzufangen.

  1. Strukturiert euren Tag – Schafft euch einen geregelten Tagesablauf. Was simpel klingt, ist manchmal ganz schön schwer, wenn das Bett am Morgen viel gemütlicher ist als am Abend. Aber es hilft euch etwas zu schaffen, wenn ihr erst einmal eine gewisse Struktur etabliert habt. Also wäre ein guter Anfang ungefähr zur gleichen Zeit schlafen zu gehen und aufzustehen(!).
  2. Schreibt euch To-Do-Listen – Ich für meinen Teil schreibe meine Listen seeeehr kleinschrittig, damit ich besonders viel und besonders schnell etwas durchstreichen kann (Achtung – Psychotrick!). Hierzu habe ich eine große Liste geschrieben, die ich in mehrere Kategorien unterteilt habe. So habe ich in jedem meiner „Lebensbereiche“ den Überblick, was noch zu tun ist. Von dieser großen Liste schreibe ich mir dann für jeden Wochentag eine kleine Liste mit Aufgaben für diesen Tag.
  3. Schaltet Störer aus – Alles, was euch ablenkt, muss weg. Am besten bereitet ihr euch einen Arbeitsplatz vor, der ordentlich ist und an dem nicht tausend Dinge herumliegen, die euch ablenken. Wenn man keine Lust hat zu arbeiten, kann das Muster einer Raufasertapete schon ganz schön spannend sein, das weiß auch ich. Für mich klappt es gut mit Timern zu arbeiten. Ich stelle mir beispielsweise einen 30-Minuten-Timer. In dieser Zeit zwinge ich mich konzentriert zu arbeiten. Das heißt für mich, ich sitze mit einem Getränk und meinem Arbeitsmaterial am Tisch, mein Smartphone liegt außerhalb meiner Reichweite und ist lautlos. Sobald der Timer abgelaufen ist stelle ich mir einen „Erholungstimer“ und danach geht’s weiter. Achtet hierbei darauf, dass die Zeit zur Erholung nicht länger als zehn Minuten sein sollte. (Nein, alle drei Teile „Der Herr der Ringe Extended Version“ sind keine Erholungspause!)
  4. Nehmt euch Zeit für euch – Ja, die Arbeit scheint manchmal kein Ende zu nehmen. Daher ist es besonders wichtig, klare Regelungen für Privatleben und Arbeit zu finden und die Bereiche keineswegs ineinander fließen zu lassen, damit eines nicht ungeplant überhandnimmt. Denn es tut gut, sich zwischenzeitlich auch Zeit für sich zu nehmen. Vielleicht habt ihr Dinge, die ihr gerne tut, die euch entspannen, für die aber im Alltagschaos keine Gelegenheit ist. Jetzt ist die Zeit für solche Sachen. Das kann ein Buch sein, das schon Ewigkeiten ungelesen in eurem Regal steht, ein Bild, das ihr schon ewig malen wolltet, oder euer Workout, das in letzter Zeit eher stiefmütterlich behandelt worden ist. Hierbei gilt, was euch glücklich macht, ist wichtig!
  5. Haltet Kontakt aus der Ferne – Social Distancing heißt ja nicht, dass man sich zu Hause einigeln muss, alle Vorhänge zuzieht und ganz für sich bleibt. Nutzt die Zeit euch mit euren Lieben über die Ferne zu verbinden. Das kann ein Telefonat mit der Familie sein oder ein Online-Spieleabend mit Freunden. Vielleicht schreibt ihr einfach einen Brief… (Ja, das ist das mit Papier und Stiften, aber Anleitungen gibt es hierfür bestimmt auch im Netz).

Wie ihr gemerkt habt gibt es einige Tricks, mit denen man durch diese turbulente Zeit kommen kann. Ich hoffe, dass sie euch helfen, euren eigenen Tagesablauf zu gestalten und ihr die Zeit für euch nutzen könnt. In diesem Sinne, bleibt gesund und alles Gute!

 

Autorin: Janina